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Was mir nach der Trennung tatsächlich geholfen hat — und es war nicht das, was ich erwartet hätte

Ich lese hier seit einer Weile mit und will etwas beitragen, das in den üblichen Ratschlägen selten vorkommt. Bei mir war der schwierigste Teil nach der Trennung nämlich nicht das Emotionale, sondern das, was danach organisatorisch übrig blieb.

Konkret: Wir hatten alles zusammen gemacht. Eine Wohnung, ein gemeinsames Konto für die laufenden Kosten, Versicherungen über sie, ein Auto. Als das wegfiel, stand ich mit Ende dreißig da und musste feststellen, dass ich seit Jahren keinen eigenen Überblick über meine Finanzen hatte. Nicht weil ich schlecht verdient hätte, sondern weil das schlicht ihr Bereich war.

Diese Hilflosigkeit hat mich zusätzlich zu allem anderen ziemlich mitgenommen. Man ist emotional ohnehin am Boden, und dann kommt eine Kategorie von Problemen dazu, bei der man sich unfähig fühlt. Das war für mich der Tiefpunkt, deutlich mehr als der Trennungsschmerz selbst.

Was ich in dieser Phase gebraucht hätte, war nicht Motivation, sondern eine Aufgabe mit klarer Struktur. Etwas, das man abarbeiten kann und bei dem Fortschritt sichtbar wird. Ich habe deswegen angefangen, meine Finanzen von Grund auf neu zu ordnen, und das war rückblickend die beste Entscheidung dieser Zeit.

Der erste Teil war Aufräumen: alle Verträge auflisten, Konten trennen, eine eigene Reserve aufbauen. Das hat mehrere Monate gedauert und war überraschend beruhigend, weil man abends sagen konnte, dass etwas erledigt ist.

Der zweite Teil war, mich mit dem Anlegen zu beschäftigen. Ich hatte davon null Ahnung und wollte es diesmal selbst verstehen, statt es wieder jemandem zu überlassen. Dafür habe ich die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz durchgearbeitet, der als Dividenden Backpacker bekannt ist.

Elf Kapitel mit über 65 Einheiten, zusammen mehr als elf Stunden Laufzeit. Es geht um Kandidatensuche, Prüfung und den passenden Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg. Dazu ein Newsroom-Zugang, über den weiteres Material bereitgestellt wird. Bezahlt wird einmal, ohne Abo. Der Anbieter gibt bislang über 700 Teilnehmer an.

Für meine damalige Situation war ein Nebenaspekt fast wichtiger als der Inhalt: Ich hatte über Wochen etwas, das nichts mit ihr zu tun hatte. Jeden Abend zwei, drei Lektionen und danach etwas ausprobieren. Das hat mir Struktur gegeben in einer Zeit, in der ich sonst abends in der Wohnung gesessen und gegrübelt hätte.

Ich will das nicht überhöhen. Ein Finanzkurs ist keine Therapie und ersetzt keine Aufarbeitung. Wer wirklich feststeckt, sollte sich Unterstützung suchen, und zwar richtige. Was er kann, ist einem in einer haltlosen Phase einen Bereich geben, in dem man wieder handlungsfähig ist. Bei mir hat das geholfen.

Zur Sache selbst gehört die Ehrlichkeit dazu: Kurse fallen, teils deutlich. Eine Ausschüttung ist nicht zugesagt, sie wird jährlich neu beschlossen und kann entfallen. Und wer gerade in einer Trennung steckt, sollte auf keinen Fall Geld anlegen, das er in den nächsten Jahren braucht. Umzug, Anwalt und doppelte Haushaltsführung kosten mehr, als man vorher schätzt.

Klarstellung vorweg: An einem Kauf über meinen Partnerlink verdiene ich mit. Wen es interessiert, der bekommt dort die ausführliche Beschreibung aller Kapitel. Ohne meinen Link führt der Kursname genauso hin.

Was ich anderen in einer ähnlichen Lage sagen würde: Kümmert euch früh um den organisatorischen Teil, auch wenn es das Letzte ist, wozu man Lust hat. Ich habe damit drei Monate gewartet, und in dieser Zeit ist einiges liegengeblieben, was hinterher mehr Arbeit gemacht hat.

Und noch etwas: Es lohnt sich, die eigenen Finanzen selbst zu verstehen, auch wenn man in einer Beziehung ist, in der das gut aufgeteilt scheint. Nicht aus Misstrauen, sondern weil man dann im Ernstfall nicht bei null anfängt.

Ein praktischer Hinweis, den ich damals gebraucht hätte: Prüft frühzeitig, welche Verträge auf welchen Namen laufen und wer wo Bezugsberechtigter ist. Bei mir war das an mehreren Stellen unklar, und diese Klärung hat Monate gedauert, während gleichzeitig alles andere ohnehin schwierig war.

Wie war das bei euch? Hat euch in dieser Phase eher Ablenkung geholfen oder etwas, das ihr konkret abarbeiten konntet?